Kein Mensch ist aus Asphalt

Sichtbar machen, was andere nicht sehen.
Obdachlose Berliner schlüpfen in eine ihnen längst fremde Rolle. Sie werden zu denen, die sich nie vorstellen könnten, auf der Straße zu landen.
  • Die Straße lächelt nicht. Allein in Berlin gibt es 11.000 Menschen, die im Schatten der Gesellschaft ums Überleben kämpfen, jeden Tag.
  • „Kein Mensch ist aus Asphalt“ zeigt das von der Straße geschliffene Gesicht obdachloser Berliner. Die Fotografien zeigen, wie flüchtig die Übergänge zwischen zwei Leben sein können, und dass kein Mensch aus Asphalt gemacht ist.

„Abschalten und Frust runtersaufen. Bis dir dein Leben egal ist.“

Bodo

„Meine schwangere Mutter trank mich in die Behinderung. Mein Vater prügelte mich halb tot.“
Bodo ist die gute Seele des Warmen Otto, eine Einrichtung für Wohnungslose. Über 40 Stunden arbeitet er pro Woche ehrenamtlich. Eine Chance im Leben blieb ihm von Anfang an verwehrt.

“Als Frau auf der Straße hast du keine Chance. Du brauchst einen Mann, der dich beschützt.“

Judith

„Mein Helfersyndrom hat mich immer in die falschen Arme getrieben.“
Ungesunde Liebschaften trieben sie an die Nadel, Rache brachte sie in den Knast. Heute ist ihr Männergeschmack zwar noch der gleiche, aber ihre Einstellung zum Heroin eine andere.

Klaus

„Ohne die Wende wäre ich heute ein reicher Mann.“
Klaus lebt seit über 20 Jahren auf der Straße und will endlich wieder vom Staat gefordert werden. Er ist der selbsternannte „König vom Gesundbrunnen“, so heißt die Station, wo er schläft.

Claudia

„Brechen deine sozialen Eckpfeiler weg, bist du nicht nur mit dir, sondern mit allem überfordert.“
Claudias Eltern starben, als sie ihr Studium abgeschlossen hatte, der Freund verließ sie. Depression und Bagatelldelikte machten aus ihr eine Gegnerin des Systems.

Kurt

„Der Tag, an dem meine Frau starb, da bin auch ich gestorben.“
Kurt lebt seit 2015 auf der Straße. Mit dem Tod seiner Frau begann eine tiefe Abwärtsspirale aus Alkohol, Betrügereien, Knast und Gewalt.

„Wir sind Kämpfer. Wären wir es nicht, wären wir tot.“

Hannes

“Spielen ist schlimmer als Heroin. Du brauchst nicht mal Stoff, es macht einfach klick.“
Hannes ist seit seinem 9. Lebensjahr spielsüchtig. Heute ist das einzige, auf das der Musiker trommelt, ein Bankautomat. Nachdem er schon alles verloren hatte, diagnostizierte man bei ihm eine bipolare Störung. Bis heute leidet er unter Depressionen.
  • Projektverantwortung
  • Konzept Produktion Postproduktion Eventkonzept und -planung